Nicht mit mir!

Präventionsprogramm für Drittklässler an Grundschulen

Praktische Übungen mit Herrn Lingner

Praktische Übungen mit Herrn Lingner

Sontra. „Ich möchte zum Glück-auf-Platz, kannst du mir den Weg auf dem Stadtplan zeigen“, so lockte Reiner Lingner die Drittklässler zu seinem Auto, einem unauffälligen Opel Astra. Zudem stellte er die Hilfsbereitschaft der Schüler mit einem vorgespielten Motorschaden auf die Probe und versuchte sie mit einem niedlichen Kuscheltier zu überlisten.
Dieses Rollenspiel als Teil eines Verhaltenstrainings durchgeführt von einem echten Polizeibeamten in acht Schulstunden – soll das Selbstbewusstsein der Kinder stärken, so dass diese in realen Situationen den Überlistungsmanövern fremder Personen etwas entgegensetzen und damit den Gefahren ausweichen können.
Als Jugendkoordinator bei der Polizeidienststelle in Eschwege erläuterte Lingner den interessierten Eltern der Regenbogenschüler während eines Informationsabends vorab das geplante Projekt.
Eltern sollten mit ihren Kindern mögliche Gefahrensituationen besprechen und Verhaltensregeln unbedingt einüben. Kinder müssen selbstständig ihren Schulweg gehen können und wissen, dass sie nie fremden Menschen folgen dürfen. „Es hilft den Kindern nicht, wenn sie jeden Schritt von Mama oder Papa mit dem Auto gefahren oder begleitet werden“, so Lingner. Hingegen sollte man vertrauensvoll mit den Kindern über ihre Ängste reden und konkrete Hilfsmaßnahmen besprechen. Hilfreich sei auch eine Mitfahrliste.
Kinder müssten wissen, dass es gute und schlechte Menschen gebe und man nicht nach Augenschein Gut und Böse unterscheiden könne.
Eltern sollten ihre Kinder in jedem Fall ernst nehmen, wenn diese von verdächtigen Personen auf dem Nachhauseweg erzählen und der Sache in Ruhe nachgehen, erforderliche Hilfe frühzeitig einholen. „Kinder müssen zwischen guten und schlechten Geheimnissen unterscheiden lernen“, so Lingner. Auch Lehrer seien neben den Eltern wichtige Vertrauenspartner für das Kind, um Ängste und Sorgen zu besprechen.

Die Drittklässler beteiligten sich mit viel Ernst an den Rollenspielen und  waren nach zwei Wochen Training in ihrem Selbstbewusstsein ein gutes Stück gestärkt.
Sie wissen nun, dass man einen Polizisten nicht zwangsläufig an Uniform und Pistole erkennt, sondern dass dieser immer einen grünen Polizeiausweis mit Stempel, Stern und Unterschrift mitführen muss.
Sie wissen auch, dass man am Telefon Fremden keine Auskunft über Mamas oder Papas Abwesenheit geben darf und keinesfalls die Anschrift nennen sollte.
Sie wissen, dass man über die Notrufnummer rund um die Uhr Hilfe anfordern kann, dass man aber keinesfalls damit spielen sollte.
Durch die Rollenspiele am Auto haben die Schüler erfahren, wie brenzlig es für Kinder werden kann, wenn sie sich vertrauensselig einem fremden Auto nähern.

„Das Konzept hat sich schon im vergangenen Jahr bewährt und ich hoffe, dass wir Reiner Lingner auch im nächsten Jahr wieder bei uns begrüßen können“, erklärt Schulleiterin Silke Genzel. „Wir wollen als Schule dazu beitragen, unsere Kinder vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen.“
Als Belohnung für die gute Mitarbeit erhielten die Kinder Ausweise, die sie als „Kinderkommissare“ qualifizieren.

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